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† Kronawitter, Josef

† Erinnerungen

Eine ganze Region trauert um Josef Kronawitter


Gemeinde Untergriesbach legte Kondolenzbuch für getöteten Soldaten auf
Freundin erwartet Kind

Untergriesbach 19.04.2010

Im Zeichen der Trauer stand das Wochenende in Untergriesbach und der Region nach dem Tod des 24-jährigen Josef Kronawitter, der als Soldat in Afghanistan getötet wurde. Auf den Sportplätzen, bei Versammlungen, in Wirtshäusern und Cafés diskutierten Jung und Alt das tragische Geschehen, diskutierten auch den Sinn und Unsinn des Kriegs am Hindukusch.
Im September wäre der junge Soldat aus Untergriesbach nach seinem halbjährigen Einsatz aus Afghanistan zurückgekehrt. Auf ihn hätte dann wohl ein Kind gewartet. Seine Freundin ist schwanger, was die Tragik noch verstärkt.
Die Betroffenheit ist groß und geht über die Familie weit hinaus. Nicht wenige Familien aus dem Wegscheider Land haben Angehörige bereits im Einsatz in Afghanistan. Im Sommer werden noch weitere junge Leute aus der Region hinunterfliegen. Einige haben den jungen Untergriesbacher gekannt, einige waren sogar mit ihm in Ingolstadt stationiert.
„Überall, wo man hingeht, spürt man die Betroffenheit“, berichtet auch Bürgermeister Hermann Duschl. Diese äußert sich wortreich oder auch schweigend. „Manche wissen gar nicht, was sie sagen sollen.“ Am Samstagnachmittag besuchte der Bürgermeister erneut die Familie, die jetzt in diesen Tagen fest zusammensteht. Auch Landrat Franz Meyer war gekommen, um den Angehörigen persönlich im Namen des Landkreises seine Anteilnahme zu versichern.
Die Trauer und Anteilnahme werden auch das politische Geschehen in der kommenden Woche in der Gemeinde bestimmen. Zunächst wird die Gemeinde nach Absprache mit dem Landrat ein Kondolenzbuch im Rathaus auflegen. Der genaue Termin steht noch nicht fest. Das Trauungszimmer soll dafür vorbereitet werden. So sollen andere in einem abgeschlossenen Raum in würdigem Rahmen ihre Anteilnahme und Trauer mitteilen können. Nach Anordnung des Bürgermeisters wird die Trauerbeflaggung bis zur Beerdigung beibehalten, die wahrscheinlich Ende der Woche stattfinden wird. Entsprechend beflaggt wird dann auch das Kriegerdenkmal.
Die sterblichen Überreste des Untergriesbachers und seiner Kameraden sollten heute nach Köln überführt werden. Das ist unsicher, wegen der durch die Vulkanasche bedingten Probleme im Flugverkehr. In Köln wäre eine kleine Trauerfeier geplant, von dort würden die bayerischen Soldaten an ihren Standort nach Ingolstadt überführt. Dort ist auch diese Woche eine zentrale Trauerfeier geplant, zu der neben der Familie eine Abordnung der Gemeinde anreisen wird.
Danach wird der junge Soldat in seinem Heimatort seine letzte Ruhestätte finden.


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